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Die
dreihundert Ölbäume unseres Olivenhains schenken uns jährlich Früchte
seltener Qualität und Schönheit. Der Olivenbaum birgt in seinen Formen
den Charme der Großzügigkeit: Er ist ein würdevoller, jedoch bescheidener
Baum, der seine Wurzeln hochmütig und gewaltig in den Boden schlägt.
Gegen die dürftige Pflege, die er vom Bauer verlangt, schenkt er Oliven
in Hülle und Fülle, die ein grünes Öl bescheren, dessen intensive
Nuance der Farbe eines Feldes im Frühling ähnelt. Hinzu kommt der
Duft des Öls von Ortaglia, das man ebenso gerne für die Körperpflege
anwenden würde wie für den Gaumengenuß. Bereits für die alten Römer
war es eine Gewohnheit, sich mit Olio Extra Vergine d'Oliva einzureiben,
damit die Körperhaut besonders weich und geschmeidig bleibt. Wir bevorzugen
jedoch das Öl auf das Brot zu streichen, am besten auf das frischgebackene
Holzofenbrot unseres Landhauses.
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Anspruchsvoller
aber ebenso großzügig ist die Weinrebe. Diese wilde Pflanze läßt sich
schwer zähmen und der Bauer darf sie nicht aus den Augen verlieren.
Er muß ihr Zeit und Liebe widmen, wenn er wertvolle Rebsorten ernten
möchte. Die lauwarme Brise, welche das Tal Val di Chiana durchweht
und dabei die belaubten Weinreben sanft streichelt, schafft hierfür
das ideale trockene schimmelfreie Mikroklima. Das Ergebnis ist ein
gesundes und kräftiges Weingut, wobei die erfahrene Hand unserer Bauern
mehr Wert auf den Anbau weniger Trauben pro Rebenstock legt. Hier
wächst die berühmte Rebsorte "Prugnolo Gentile", deren große Beeren
ein süßes Fruchtfleisch enthalten, eingeschlossen von einer dicken
dunklen Schale, das typische Merkmal aller vollmundigen Weine für
Weinkenner. So entsteht ein großer Wein, den man nicht anders als
NOBILE, nobel, bezeichnen könnte: der Vino Nobile di Montepulciano.
Diese Perle der toskanischen Önologie findet auf dem Weingut des Ortaglia
einen ihrer höchsten Ausdrücke. Ihre rubinrote Farbe ist von undurchdringlicher
Intensität: Die leicht granatfarbenen Reflexe sind das Ergebnis langsamer
Heranreifung in Eichenholzfässern. Der Duft ist ebenso intensiv, beinah
ätherisch: eine Explosion verschiedener Sinneswahrnehmungen, welche
variierend an den Duft der Märzveilchen und Johannisbeere über den
der Pflaumenkonfitüre bis hin zum Unterholz erinnern. Die Poesie kommt
im Munde zur vollen Entfaltung: Tabak, Schokolade und Lakritze verschmelzen
in der Harmonie dieses lieblichen, samtigen und langatmigen Weins.
Die noblen Tanninwirkstoffe lassen sich darin wiedererkennen wie die
Pauken eines Orchesters, welche den Takt schlagen. Wie eine Poesie,
eine Sinfonie hüllt dieser Nektar nachhaltig den Gaumen ein. Der Vino
Nobile di Montepulciano: die HARMONIE schlechthin.
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